Helferinnen

Zur grösseren Ehre Gottes

IMPULS                                                                                     
    
   Wenn Du Dein ganzes Leben und Erleben völlig ins Tätigsein verlegst und keinen Raum mehr für die Besinnung vorsiehst,
soll ich Dich da loben?
Darin lobe ich Dich nicht.
 
   Ich glaube, niemand wird Dich loben, der das Wort Salomons kennt:
„Wer seine Tätigkeit einschränkt, erlangt Weisheit (Sir 38,25)“.
Wenn Du ganz und gar für alle dasein willst, nach dem Beispiel dessen, der allen alles geworden ist (1 Kor 9,22),
lobe ich Deine Menschlichkeit – aber nur, wenn sie voll und echt ist.
 
Wie kannst Du aber voll und echt Mensch sein, wenn Du Dich selbst verloren hast… Denn was würde es Dir sonst nützen, wenn Du – nach dem Wort des Herrn (Mt 16,26) – alle gewinnen, aber als einzigen Dich selbst verlieren würdest?
Wenn also alle Menschen ein Recht auf Dich haben, dann sei auch Du selbst ein Mensch, der ein Recht auf sich selbst hat.
 
   Warum solltest einzig Du selbst nichts von Dir haben?
   Wie lange bist Du noch ein Geist, der auszieht und nie wieder heimkehrt (Ps 78,39)?
   Wie lange noch schenkst Du allen anderen Deine Aufmerksamkeit, nur nicht Dir selber?
   Bist Du Dir etwa selbst ein Fremder?
   Bist Du nicht jedem fremd, wenn Du Dir selber fremd bist?
   Ja, wer mit sich selbst schlecht umgeht, wie kann der gut sein?
 
   Denke also daran: Gönne Dich Dir selbst.
Ich sage nicht: Tu das immer, ich sage nicht tu das oft, aber ich sage: Tu es immer wieder einmal.
 
   Sei wie für alle anderen auch für Dich selbst da, oder jedenfalls sei es nach allen anderen.
 
          Bernhard von Clairvaux (aus einem Brief an Papst Eugen III)

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